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Wer hat sich im Spätsommer noch nicht sehnsüchtig gewünscht, mit den Vogelschwärmen gen Süden zu ziehen. Der französische Regisseur und Produzent Jacques Perrin lässt diesen Traum Wirklichkeit werden. Drei Jahre dauerten die Dreharbeiten, in denen Perrin und seine Crew 25 Länder bereisten. Mit Hilfe neuester Flugtechnik folgte man 44 Vogelarten aus allen Erdteilen auf ihrem Weg von einem Pol zum anderen. In freier Wildbahn entstanden dabei Aufnahmen von einer Anmut und Schönheit, die so noch nie zu sehen waren. Doch nicht nur die unglaubliche Vielfalt der Natur, die atemberaubende Flugkunst der Vögel und ihre ausgeklügelten Überlebensstrategien werden gezeigt: Man bekommt einen unvergesslichen Blick auf einen Planeten, dessen fragiles Gleichgewicht vielleicht nur aus der Luft so deutlich zu erkennen ist.
Untermalt von der atmosphärischen Musik von Bruno Coulais wird der Kinoerfolg zu einem überwältigenden Fest der Sinne. Die Blu-ray bietet mehr als 90 Minuten Bonusmaterial, einen interaktiven Vogelalmanach und BD-Live-Funktionalität!
In der Presse
film-dienst | | film-dienst.kim-info.de
Nomaden der Lüfte
von Rolf-Ruediger Hamacher
Der 1941 in Paris geborene Jacques Perrin gehört zu den schillerndsten Figuren des europäischen Kinos. Seit Ende der 50er-Jahre als Schauspieler im italienischen und französischen Film präsent, stieg er mit den Filmen von Jacques Demy („Die Mädchen von Rochefort“, fd 16 911, „Eselshaut“) zum Mädchenschwarm auf, etablierte sich aber schon früh als auch Charakterdarsteller, besonders in den Filmen von Costa-Gavras („Z“, fd 16 529). Mit „Das Volk der Affen“ entdeckte er 1989 seine Liebe zum Dokumentarfilm, dem er 1996 „Mikrokosmos – Das Volk der Gräser“ folgen ließ. Entführten Perrin und sein Team in „Mikrokosmos“ durch den ausnahmslosen Einsatz von Makroaufnahmen in die unbekannte (Tier-)Welt, lässt er den Zuschauer mit seinen „Hauptdarstellern“ nun in die Lüfte steigen und eine faszinierende (Flug-)Reise rund um die Welt erleben. Irgendwo in der französischen Provinz beginnt das Abenteuer, wenn sich die Zugvögel aufmachen, um in der arktischen Tundra oder in tropischen Gebieten zu nisten. Ein Jahr lang begleitet man die Wanderbewegungen der Vögel rund um den Erdball, wird man hautnah Zeuge ihrer beschwerlichen und manchmal auch gefährlichen Reisen. Drei Jahre drehten die von Ornithologen und Wissenschaftlern unterstützten fünf Kamerateams in 25 Ländern, um 44 Vogelarten in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
Um die sensationellen Flugaufnahmen zu ermöglichen, wurden einige der gefiederten Filmstars in einer Vogelschule auf Perrrins Landsitz in der Normandie ausgebrütet, die dann nach dem Schlüpfen ihren menschlichen Ersatzeltern auf Schritt und Tritt hinterher watschelten. Dann wurden sie langsam an die verschiedenen, mit Kamera ausgerüsteten Fluggeräte gewöhnt. Das zweisitzige Ultraleichtflugzeug akzeptierten sie schließlich als „Leitgans“, mit dem Deltadrachen vermochte sich der Kameramann sogar in die Formationen einreihen, lautlose Segelflugzeuge konnten die Vögel bis in große Höhen verfolgen. Mit funkgesteuerten Modellhubschraubern und -flugzeugen blieb man selbst in geografisch schwierigen Verhältnissen nahe an den Objekten. Die von einem Tonteppich aus Musik, Flügelschlägen und Vogelstimmen untermalten Flugaufnahmen, die den Zuschauer geradezu in eine tranceartige Schwerelosigkeit versetzen, stehen im Mittelpunkt der atemberaubenden Bilderwelt. Aber man erfährt auch viel über das Balz- und Brutverhalten der Vogelarten, lernt ihre Finten kennen, mit denen sie sich ihre „Feinde“ vom Nest halten. Manchmal zeigt Perrin auch, wie grausam die Natur ist, wenn eine Horde Strandkrabben einen flügellahmen Vogel erlegt. Doch da es ihm nicht wie manch anderen „Kulturfilmen“ um Effekthascherei geht, dreht er das Ganze in einer Ellipse, die das grausige Geschehen nur erahnen lässt. Die größte Gefahr für die Zugvögel geht allerdings vom Menschen aus, dessen Umweltsünden und Jagdleidenschaft manche Reise abrupt beenden. Immer wieder aber schwingt in den Bildern die Sehnsucht nach dem Einklang zwischen Natur und Mensch mit, ohne dass der Film seine Botschaft penetrant in den Vordergrund schiebt. Diese wohl tuende Zurückhaltung wird vom sparsamen Kommentar unterstützt, der in der deutschen Fassung leider von einem ausdrucksarmen Sprecher synchronisiert wird. Hier und bei den Untertiteln, die die Vogelarten und Landstriche allzu lückenhaft beschreiben, lässt der deutsche Verleih jene Sorgfalt vermissen, die ihm der Film eigentlich vorgibt.
Nomaden der Lüfte / Blu-ray
Blu-ray
Originaltitel: Le peuple migrateur (Dokumentation, Frankreich 2001), ca. 98 Minuten
FSK ohne Altersbeschränkung
Blu-ray im Handel seit 03.04.09
Als Einzeltitel/in einer Box erhältlich:
Erde Wasser Luft Eis / Blu-ray
Extras
BD-Live; Audiokommentar der Regisseure; ausführliches Making of (ca. 52 Min.); Interviews mit den Filmemachern (ca. 31 Min.); Transport der Pelikane (ca. 11 Min.); Musikvideo (ca. 7 Min.); Interaktiver Vogelalmanach; Original Kino-Trailer
Ansicht Packshot
Stab
Regie: Jacques Perrin, Jacques Cluzaud, Michel Debats
Drehbuch: Jacques Perrin, Stéphanie Durand
Kamera: Michel Benjamin, Sylvie Carcédo, Laurent Charbonnier u.a.
Produktion: Jacques Perrin, Christophe Barratier
Technische Angaben
Bild: 1,85:1, Auflösung 1080/24p Full HD
Sprachen/Ton: Deutsch (5.1 DTS Master Audio)
TRAILERAUSWAHL
Angaben zum Vertrieb
Bst.-Nr. 502450, EAN 4006680048123
